Decision Briefing • Venen
Viele Menschen tragen es jahrelang mit sich. Die Beine werden abends schwer und dick. Eine Stelle am Unterschenkel wird braun und hart. Der Hausarzt sagt, das sei normal für das Alter. Die Krampfadern seien kosmetisch.
Dann entsteht eine Wunde. Und die heilt nicht.
Wochen. Monate. Manchmal Jahre. Das offene Bein – das Ulcus cruris venosum – ist das Endstadium einer Erkrankung, die lange vorher hätte behandelt werden können.
Die Bonner Venenstudie – die größte epidemiologische Untersuchung zu Venenerkrankungen in Deutschland – hat gezeigt: Nur 9,6 % der Bevölkerung zwischen 18 und 79 Jahren haben keinerlei Venenveränderungen. Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen ist betroffen. Die meisten kommen erst, wenn die Wunde schon da ist.
Dabei ist gerade das braune, harte Gewebe oberhalb des Knöchels – medizinisch Lipodermatosklerose genannt – das wichtigste Warnsignal. An diesem Punkt hätte Handeln in vielen Fällen die Wunde verhindert.
Was sagt die Forschung? Die Cochrane-Metaanalyse mit 1.391 Patienten zeigt: Kompressionstherapie verdoppelt die Heilungsgeschwindigkeit. Und die EVRA-Studie im New England Journal of Medicine 2018 hat gezeigt: Wer gleichzeitig zur Wundbehandlung auch die insuffizienten Venen behandeln lässt, heilt in 56 statt 82 Tagen – und bleibt 306 statt 278 Tage im Jahr wundenfrei.
Aber: Nicht jede Beinwunde ist venös. Bei gleichzeitiger arterieller Durchblutungsstörung kann Kompression Schäden. Ein einfacher Knöchel-Arm-Index klärt das in fünf Minuten.
Was ist das richtige Verfahren für Deine Venen – Laser, Radiofrequenz, Schaum? Wann ist ein Eingriff überhaupt sinnvoll? Und was kannst Du selbst tun, bevor die nächste Wunde kommt?
Unser Decision-Briefing gibt Dir alle Antworten – auf Basis der Bonner Venenstudie, der Cochrane-Analyse und der EVRA-Studie im NEJM.
Wer jetzt handelt, verhindert oft das Schlimmste. Wer die Wunde hat, kann mit der richtigen Therapie schneller heilen und länger wundfrei bleiben.
Bonner Venenstudie. Cochrane. EVRA im NEJM. Eine klare Botschaft.