Decision Briefing • Herzinfarkt
Nach einem Herzinfarkt wollen viele wieder zurück in den Alltag. Dazu gehört oft auch ein Glas Wein zum Essen oder ein Bier mit Freunden. Doch genau hier entsteht Unsicherheit: Ist moderater Alkohol unproblematisch – oder erhöht er das Risiko für einen zweiten Herzinfarkt?
Die Forschung zeigt ein differenziertes Bild. Kleine Mengen Alkohol sind bei stabilen Patient:innen meist nicht mit einem deutlich erhöhten Risiko verbunden. Gleichzeitig gibt es keinen nachweisbaren schützenden Effekt. Höherer Konsum dagegen erhöht klar das Risiko für erneute Herz-Kreislauf-Ereignisse, Rhythmusstörungen und Blutungen.
Besonders relevant ist der Zusammenhang mit Vorhofflimmern: Alkohol kann bereits in moderaten Mengen Herzrhythmusstörungen auslösen. Außerdem kann er den Blutdruck erhöhen, Triglyceride steigern und das Blutungsrisiko unter Blutverdünnern verstärken.
Aber bedeutet das automatisch vollständigen Verzicht? Oder sind kleine Mengen vertretbar? Und für wen ist Alkohol klar nicht empfehlenswert?
Unser Decision Briefing beantwortet diese Fragen auf Basis aktueller Studien, Meta-Analysen und Leitlinien der kardiovaskulären Sekundärprävention.